Mein Beckenboden & ich

Wie hängen Beckenboden und Rückenschmerzen zusammen?

19 Juni 2019

Der Beckenboden wird sehr oft nur mit Blasenschwäche und dem Sexualleben in Verbindung gebracht, aber die Beckenbodenmuskulatur, die sich um den Anus und die Genitalien herum befindet und sich vom Schambein vorne bis zum Steißbein hinten erstreckt, ist viel wichtiger, als viele von uns denken. Sie kann verschiedene Gesundheitsprobleme verursachen, wie z.B. schmerzhafte Rückenschmerzen im unteren Rückenbereich.

Der Rücken wird sowohl tagsüber durch alltägliche Aktivitäten sowie nachts durch die mehrstündige Liegeposition eingeschränkt. Obwohl der Rücken im Allgemeinen Bewegung schätzt und die Unbeweglichkeit nicht mag, wird er von mehreren Faktoren beeinflusst. Schmerzen im unteren Rückenbereich können viele Ursachen haben, die oft falsch erkannt werden. Unter anderem können Rückenschmerzen auch im Zusammenhang mit dem Beckenboden stehen.

Hier sind die wichtigsten Ursachen für Rückenschmerzen:

HALTUNG, RÜCKENSCHMERZEN UND BECKENBODEN

Rückenschmerzen können die Haltung verändern und eine schlechte Haltung kann zu Schmerzen im unteren Rückenbereich führen und die Beckenbodenmuskulatur beeinflussen. Auf dem folgenden Diagramm sehen Sie, wie die Scheide und die Gebärmutter ausgerichtet sind:

In Kombination mit einer normalen Lendenwirbelsäule schützt diese Anordnung die Organe des kleinen Beckens, die übereinander und normalerweise an der Beckenbodenmuskulatur liegen. Bei Haltungsschwächen verändern sich die Kräfte, die auf diese Organe einwirken und es können langfristig Komplikationen auftreten.

Wenn die Lendenwirbelsäule zu groß ist, verliert die Achse der Scheide ihre Orientierung und gelangt nicht zu einer vertikalen Ausrichtung. Der Gebärmutterhals befindet sich oberhalb der Scheide. In Verbindung mit anderen Faktoren (schlechte Haltung oder starkes Drücken auf der Toilette, chronischer Husten, Schwäche des Beckenbodens…) kann sie langsam absinken: Dies kann zu einer Organ– oder Gebärmuttersenkung führen.

Wenn der Rücken nach vorne gekrümmt ist, nennt man das Kyphose, das Zwerchfell drückt auf die Bauchorgane, der Druck auf das Becken steigt und die Organe belasten die Beckenbodenmuskulatur (es entsteht ein Schweregefühl im Unterbauch).

Bei einer Schwangeren bleibt die Logik gleich und die Größe der roten Pfeile hängt von der einwirkenden Kraft ab.

MUSKULATUR BESSER VERSTEHEN

Beckenboden-Muskeln, wie auch weitere Muskeln im Körper, funktionieren nicht isoliert. Sie sind mit anderen Muskeln in Form von “Muskelketten” verbunden.

Die bekannteste Muskelkette ist zum Beispiel die hintere Beinkette, die die Kniesehnen, Waden und den Fußrücken umfasst. Es ist dieser Ketteneffekt, der es schwierig macht, das gestreckte Bein anzuheben, weil alle Muskeln der Kette gestreckt sind, während es viel einfacher ist, dies zu tun, indem man das Knie leicht gebeugt hält. Dadurch sind die Kniesehnen entspannt.

Die Beckenbodenmuskulatur arbeitet gleichzeitig mit der Rücken- und Bauchmuskulatur. Der Beckenboden ist zentral, denn er befindet sich an der Kreuzung der beiden größten Ketten: der hinteren Muskelkette und der Vorderen!

Die Muskelketten wurden von Françoise Mézières, einer französischen Physiotherapeutin, beschrieben. Mézières hat ein Konzept zur Pflege der Muskeln auf der Grundlage von Stretching entwickelt. Laut ihr können Muskelrückbildungen Schmerzen oder Komplikationen weiter unten in Muskelketten verursachen.

So kann zum Beispiel eine unzureichende Flexibilität den Beckenboden stark beeinträchtigen.

Die Zusammenhänge zwischen dem Beckenboden und den Schmerzen im unteren Rückenbereich sind natürlich nicht lückenlos, aber sie ermöglichen es zu verstehen, dass der Körper viel mehr ist als eine Reihe von Organen, die in Isolation leben. Jedes Organ wird von den anderen beeinflusst. Der Körper muss als Ganzes dargestellt und gesehen werden.

WIE VERMEIDET MAN SCHMERZEN IM UNTEREN RÜCKENBEREICH?

Rückenschmerzen können durch eine falsche Bewegung, schlechte Körperhaltung, Überbeanspruchung, etc. auftreten. Es kann sehr interessant sein, sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen, um den Schmerz zu analysieren:

Kommt dieser morgens? Nachts? Abends, nach einem Arbeitstag?

Wird er durch eine bestimmte Bewegung verursacht? Eine spezielle Haltung?

Wird er durch Massage verbessert? Durch Hitze?

Diese Hinweise können Ihnen dabei helfen, zu erkennen, was Schmerzen verursacht und was sie lindert.

Auf jeden Fall liebt und braucht der Rücken Bewegung! Indem man darauf achtet, schmerzhafte Bewegungen zu vermeiden, ist am schlimmsten, sich generell nicht mehr zu bewegen. Vergessen wir nicht, dass das Wort “Physiotherapie” aus dem Griechischen stammt und “Heilung durch Bewegung” bedeutet.

Die Sportarten, die wir empfehlen können, sind sanfte Sportarten wie Wandern, Schwimmen, Gymnastik, Rollschuhlaufen, Sie können auch Yoga oder Pilates ausprobieren.

Sprechen Sie natürlich auch mit Ihrem Arzt. Dieser wird in der Lage sein, Ihre Rückenschmerzen zu beurteilen und eine geeignete Behandlung vorzuschlagen.

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